Data Navigator FORUM

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Das am 28.11.2025 in Berlin abgehaltene Data Navigator Forum hatte das Ziel, die Umsetzung des EU Data Acts gemeinsam mit politischen Entscheidungsträgern sowie Vertreter:innen aus drei ausgewählten Sektoren voranzubringen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die neue Regulierung in Deutschland pragmatisch, fair und zügig eingeführt werden kann. Um hierfür einen fundierten Rahmen zu schaffen, eröffnete der Vormittag mit drei hochrangigen Impulsen:

Staatssekretärin Prof. Dr. Luise Hölscher aus dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung skizzierte die Leitlinien der nationalen Umsetzung;

Damian Boeselager, Mitglied des Europäischen Parlaments und Mitautor des Data Acts, gab Einblicke in Zielsetzung und Entstehung des Rechtsakts;

und Diana Harlinghausen , zuständige Referatsleiterin bei der Bundesnetzagentur stellte dar, wie die Behörde künftig als zentrale Stelle die Umsetzung des Data Acts begleiten wird.

Im Anschluss kamen Expert:innen aus den Bereichen Landwirtschaft, Erneuerbare Energien und Public Mobility in drei sektorspezifischen Runden Tischen zusammen. Jeder Runde Tisch war bewusst heterogen zusammengesetzt: jeweils ein Vertreter der Herstellerseite, der Nutzenden sowie der dienstleistenden Dritten bildeten den inneren Kreis. Nach kurzen Eingangsstatements erfolgte die vertiefte Diskussion im Fishbowl-Format, in der auch das Publikum aktiv einbezogen wurde. Die Gespräche fanden nach Chatham House Rules statt, um eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre zu gewährleisten.

Die Diskussion orientierte sich an drei Leitfragen, die in allen Sektoren identisch waren:

  1. Welche kritischen Daten spielen in dem jeweiligen Sektor eine besondere Rolle – und welchen Mehrwert können sie schaffen?
  2. Welche Spannungsfelder bestehen bei der Datennutzung, und welche sollten prioritär adressiert werden?
  3. Welche Vorschläge können entwickelt werden, um Politik, Verwaltung und den jeweiligen Sektor bei einer effektiven und beschleunigten Umsetzung des Data Acts zu unterstützen?

Ziel jedes Runde Tisches war es, zu diesen Fragen einen Konsens zu entwickeln. Die in diesem Dokument dargestellten Ergebnisse spiegeln diese konsensorientierten Diskussionen wider. Sie beruhen auf Beiträgen einzelner Fachpersonen und sind daher nicht als repräsentative Branchenpositionen, sondern als qualifizierte Impulse, als konkrete Beispiele zu verstehen. Ihre besondere Stärke liegt darin, dass sie in einem offenen, lösungsorientierten Austausch zwischen Stakeholdern mit sehr unterschiedlichen Perspektiven entstanden sind

Ergebnisse und Vorschläge zur effizienten, pragmatischen Umsetzung des Data Acts in Deutschland, um durch bessere Datennutzung Mehrwerte für Gesellschaft und Wirtschaft zu realisieren.

Die fünf wichtigsten Erkennntisse aus den drei Runden Tischen

  1. Das Format “RUNDER TISCH” hat sehr gut funktioniert und zu vertrauensvollem Austausch und vielen Übereinstimmungen geführt. Es gibt genügend Vertreter:innen aller Interessengruppen (Hersteller, Nutzer, Datenempfänger), die an diesem Austausch ernsthaft interessiert sind.
  2. Das Thema “IP / Geschäftsgeheimnisse” hat den mit Abstand größten Klärungsbedarf. Es bedarf der vertieften Betrachtung, wo und wodurch tatsächlich Gefahren des Abflusses von Geschäftsgeheimissen bestehen und wie diese konkret verhindert werden können. Dies sollte sektorspezifisch erfolgen, auch wenn es einige Erkenntnisse und evtl. auch Lösungen geben wird, die sektorübergreifend relevant sind.
  3. Auch wenn sektorspezifischer Austausch sinnvoll ist, sollte der Austausch zwischen den Sektoren sichergestellt werden, da die Sektoren unterschiedlich schnell Erfahrungen bei der Data Act Umsetzung sammeln und voneinander profitieren können – zumal Stakeholder häufig in verschiedenen Sektoren involviert sind (zB Landwirte in Erneuerbarer Energie).
  4. Für die wirkungsvolle Umsetzung des Data Acts muss schnell an “technischen” Themen wie Datenkompabilität und -Qualität gearbeitet werden. Dies ist eine Aufgabe für alle Stakeholder intern aber auch für Institutionen, die mit Standards und Leitlinien oder Auslegungshilfen unterstützen und beschleunigen können.
  5. Verbesserter und vermehrter Datennutzung wird großes Innovationspotential Grundlage dafür ist “Vertrauen”, welches auch mit gemeinsamer Werteordnung in Verbindung gebracht wird.

Die drei wichtigsten Vorschläge aus den drei Runden Tischen

  1. (Offizielle) Leitlinien zu Personenbezug, IP-Schutz / Geschäftsgeheimnissen

Es besteht großer Bedarf an einheitlichen Vorgaben zur Abgrenzung personenbezogener Daten, zu zulässigen Anonymisierungsmethoden und zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Die Angst vor Fehlnutzung hindert derzeit vermehrte und verbesserte Datennutzung. Hier sollten öffentlichen Stellen und / oder Sektorverbände aktiv werden.

  1. Standardisierte Schnittstellen & TOMs (Technisch-organisatorische Maßnahmen)

Für fairen Zugang und effiziente Umsetzung braucht es einheitliche technische Schnittstellen, Mindeststandards für Sicherheit und Interoperabilität. Hier sollten Standardisierungsstellen und Sektorverbände aktiv werden.

  1. Sektorübergreifende Austauschformate institutionalisieren

Hersteller, Nutzer und Drittanbieter sollten regelmäßig an Runden Tischen zusammengebracht werden, um kritische Datenkategorien zu definieren, Risiken zu besprechen, Umsetzungshürden früh zu adressieren, Innovationspotentiale zu besprechen und damit eine beschleunigte praktische Umsetzung vorzuleben. Hier wird die BNetzAg in der Führungsrolle gesehen.

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